Kennst du das: Eigentlich schläfst du genug, du funktionierst und erledigst alles Wichtige, du planst und organisierst deinen Alltag und deine Freizeit. Trotzdem fühlst du dich müde.
Es ist nicht die Art von Müdigkeit, die nach einer Nacht Schlaf verschwindet, sondern eine tiefere Erschöpfung, die sich in dir breit gemacht hat. Oft geht sie mit deinem schwindelerregenden Gedankenkarussell und Reizüberflutung durch zu viele Aktivitäten einher.
Die amerikanische Ärztin und Autorin Dr. Saundra Dalton-Smith ist dem nachgegangen. In ihrer Arbeit stellte sie fest, dass viele Menschen nicht unter Schlafmangel leiden, sondern unter einem Mangel an Ruhe. Genauer gesagt: an verschiedenen Arten von Ruhe.
Ihre Erkenntnis: Selbst acht oder neun Stunden Schlaf reichen manchmal nicht aus, wenn andere Bedürfnisse dauerhaft zu kurz kommen. In ihrem Buch „Sacred Rest“ beschreibt sie deshalb sieben verschiedene Formen der Erholung, die wir für unser Wohlbefinden brauchen.
Dieser Artikel soll dich motivieren, dich – gerade im turbulenten Sommer – auszuruhen und dich so wieder mehr mit dir selbst zu verbinden. Denn Ruhe macht dich stärker, ausgeglichener und glücklicher.
Happy resting, deine Brigitte Alice 💌
Körperliche Ruhe bedeutet mehr als Schlaf. Sie umfasst auch die kleinen, regenerierenden Pausen im Alltag: Momente, in denen dein Körper wirklich loslassen darf. Das kann eine bewusste Auszeit sein, sanftes Stretching, Yoga oder auch eine Massage.
Du merkst oft sehr direkt, wenn dir diese Form der Ruhe fehlt: durch Verspannungen, Schwere im Körper oder das Gefühl, nie ganz „runterzufahren“. Aktive Erholung – also leichte Bewegung ohne Leistungsdruck – kann hier genauso wichtig sein wie Schlaf selbst.
Mentale Ruhe fehlt dir oft dann, wenn deine Gedanken nie still werden. Wenn To-do-Listen im Kopf kreisen, Gespräche nachhallen oder du dich beim Einschlafen selbst beim Denken störst. Stichwort: Gedankenkarussell.
Dr. Dalton-Smith beschreibt, dass schon kleine Unterbrechungen im Alltag helfen können: kurze bewusste Pausen, in denen du nichts leisten musst, oder das Aufschreiben deiner Gedanken, um den Kopf zu entlasten (Journaling). Manchmal hilft auch Bewegung, bei der du dich nur auf deinen Atem oder deine Schritte konzentrierst.
Diese Form der Ruhe hat weniger mit Religion zu tun als mit einem Gefühl von Sinn. Du spürst sie, wenn dein Alltag sich stimmig anfühlt – und bemerkst umgekehrt, wenn genau dieses Gefühl fehlt.
Wenn du dich fragst, wofür du eigentlich gerade all das machst, wenn dir Bedeutung fehlt, kann genau hier die Erschöpfung liegen. Spirituelle Ruhe entsteht durch Dinge wie Gemeinschaft, Dankbarkeit, Meditation oder auch einfach Momente, in denen du dich verbunden fühlst – mit dir selbst, mit anderen Menschen oder mit etwas Größerem.
Emotionale Ruhe fehlt dir, wenn du das Gefühl hast, dich ständig zusammenreißen zu müssen. Wenn du zwar „funktionierst“, aber innerlich nicht wirklich ehrlich bist mit dem, was du fühlst.
Du kennst das bestimmt: Die Frage „Wie geht’s dir?“ und du antwortest automatisch „gut“, obwohl es das eigentlich nicht ist. Emotionale Ruhe entsteht dort, wo du nicht perfekt sein musst. Wo du ehrlich sagen darfst, wie es dir geht – zumindest bei Menschen, bei denen du dich sicher fühlst.
Unser Alltag ist voller Reize: Bildschirme, Geräusche, Nachrichten, Musik, Gespräche. Vor allem bei der Nutzung von Social Media prasseln die Inhalte nur so auf dich ein. Du merkst dann gar nicht mehr, wie dein System ständig „an“ und in Bereitschaft ist. Das muss nicht so sein.
Fehlt dir Ruhe für die Sinne, fühlst du dich schnell überreizt, unruhig oder innerlich „laut“. Schon kleine Pausen ohne Input – kein Handy, keine Musik, kein Gespräch – können hier unglaublich entlastend wirken. Einfach nur sein, ohne etwas zu konsumieren.
Soziale Ruhe bedeutet nicht, allein zu sein oder dich abzuschotten. Es bedeutet, dich mit den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zu umgeben. Menschen, bei denen du dich nicht erklären musst. Die dich nicht auslaugen, sondern stärken.
Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn du dich nach manchen Treffen leer und irgendwie erschöpft fühlst. Im Gegensatz dazu stehen die Begegnungen, nach denen du dich ruhiger, klarer und mehr bei dir fühlst. Genau darin liegt der Unterschied zwischen sozialer Erschöpfung und sozialer Erholung.
Kreative Ruhe entsteht, wenn du dich nicht ständig „produzieren“ – also durch kreative Leistungen hervortun – musst. Es kann extrem wohltuend sein, einmal keine Lösungen finden, keine Ideen liefern und keine Inspirationsquelle sein zu müssen.
Diese Art der Ruhe entsteht auch in Momenten, in denen du Schönheit einfach nur aufnimmst: einen Sonnenstrahl; Musik auf der Straße; ein berührendes Bild. Du musst diese Schönheit nicht analysieren oder festhalten. So gibst du deinem inneren System wieder Raum zum Atmen und öffnest oft ganz nebenbei neue Energie für Kreativität.
Ich nehme aus diesen sieben Formen von Ruhe vor allem eines mit: Dass Erholung mehr ist als Schlaf oder ein freies Wochenende. Wichtig dabei: Du alleine bist dafür verantwortlich, dir Ruhe in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zuzugestehen – in kleinen Momenten, in bewussten Entscheidungen und in der Art, wie du mit dir selbst umgehst.
Du musst nicht alle sieben Bereiche perfekt „ausbalancieren“. Aber fang am besten gleich an, dir mehr Ruhe in dein Leben zu holen – dort, wo du sie gerade am meisten brauchst.
Alles Liebe, deine Brigitte Alice 💌