Gastbeitrag von Anna Fleischhans, WeBorn
Atmen tun wir jeden Tag. Meistens automatisch, nebenbei und ohne viel Aufmerksamkeit. Und doch liegt genau darin eine erstaunliche Kraft: In dem Moment, in dem wir unsere Atmung bewusst wahrnehmen und lenken, entsteht ein direkter Zugang zu unserem Körper, unserem Nervensystem und unserem inneren Zustand.
Breathwork, also bewusste Atemarbeit, ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden — nicht als weiterer Wellness-Trend, sondern als einfache Praxis, die dir dabei helfen kann, im Alltag mehr Ruhe, Klarheit und Verbindung zu spüren.
Breathwork bedeutet übersetzt „Atemarbeit“. Gemeint sind verschiedene Atemtechniken, bei denen Rhythmus, Tiefe und Tempo der Atmung bewusst verändert werden. Je nach Methode kann Breathwork beruhigend, aktivierend, fokussierend oder emotional lösend wirken.
Manche Techniken setzen auf langsame, tiefe Atemzüge, um Entspannung und Präsenz zu fördern. Andere arbeiten mit dynamischeren Atemmustern, die Energie aufbauen und innere Prozesse in Bewegung bringen können. Wichtig ist dabei: Breathwork ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, „richtig“ oder besonders intensiv zu atmen, sondern darum, deinem eigenen Körper zuzuhören.
Unsere Atmung ist eng mit dem autonomen Nervensystem verbunden. Dieses steuert viele Prozesse, die wir nicht direkt kontrollieren können: Herzschlag, Verdauung, Stressreaktionen, Anspannung, Entspannung und Regeneration.
Die Atmung ist eine der wenigen Brücken, über die wir bewusst Einfluss auf dieses System nehmen können. Wenn wir gestresst sind, wird unsere Atmung oft flach, schnell und unruhig. Wenn wir langsamer und tiefer atmen, senden wir dem Körper ein anderes Signal: Du bist sicher. Du darfst loslassen.
Das kann helfen, aus dem Kopf zurück in den Körper zu kommen. Gerade in einem urbanen Alltag voller Termine, Bildschirme, Nachrichten und ständiger Reize kann bewusste Atmung ein wertvoller Reset sein.
Das Schöne an Breathwork ist: Du brauchst dafür nicht viel. Keine besondere Ausrüstung, keinen perfekten Raum und keine stundenlange Vorbereitung. Schon wenige Minuten bewusster Atmung können den Unterschied machen.
Breathwork kann morgens helfen, klarer und präsenter in den Tag zu starten. Zwischendurch kann es ein Anker sein, wenn der Kopf voll ist oder der Körper angespannt. Abends kann es unterstützen, herunterzufahren und den Tag bewusster abzuschließen.
Ein einfaches Atemritual kann so aussehen: Setz dich bequem hin, schließe die Augen und atme langsam durch die Nase ein und wieder aus. Spüre, wie sich Brustkorb, Bauch und Rücken bewegen. Versuche, die Ausatmung etwas länger werden zu lassen als die Einatmung. Bleib für ein paar Minuten dabei.
Oft braucht es nicht mehr, um wieder bei dir selbst anzukommen.
Viele Menschen beschreiben Breathwork als eine Möglichkeit, sich selbst wieder näherzukommen. Durch die bewusste Atmung entsteht Raum: für Gefühle, für Entspannung, für Fokus und für mehr Körperwahrnehmung.
Breathwork kann helfen, Stress bewusster wahrzunehmen, innere Unruhe zu regulieren und den eigenen Körper besser zu spüren. Gleichzeitig kann es auch Energie freisetzen, Kreativität fördern und emotionale Prozesse unterstützen.
Dabei geht es nicht darum, etwas Bestimmtes zu erreichen. Jede Session kann anders sein. Manchmal fühlt sich Breathwork ruhig und sanft an. Manchmal intensiv und bewegend. Manchmal passiert scheinbar wenig — und trotzdem verändert sich etwas im Inneren.
Breathwork kann eine zugängliche Praxis sein, besonders dann, wenn du dich nach mehr Ruhe, Fokus, Körpergefühl oder emotionaler Balance sehnst.
Gleichzeitig ist es wichtig, achtsam zu bleiben. Besonders intensive Atemtechniken sind nicht für jede Person und jede Situation geeignet. Bei gesundheitlichen Themen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft, Epilepsie oder starken psychischen Belastungen sollte Breathwork nur nach Rücksprache mit Fachpersonen und unter professioneller Anleitung praktiziert werden.
Eine gute Breathwork-Praxis ist deshalb nie leistungsorientiert. Sie lädt dazu ein, den eigenen Körper ernst zu nehmen und Grenzen bewusst wahrzunehmen.
In einer großen, schnellen Stadt wie Wien kann Breathwork ein einfacher Weg sein, wieder mehr bei dir selbst anzukommen. Es braucht keinen radikalen Lifestyle-Change, sondern oft nur ein paar bewusste Atemzüge und einen Raum, in dem du dich fallen lassen darfst.
Wenn du Breathwork ausprobieren möchtest, kannst du das jetzt regelmäßig in Wien tun: Das Sauna- und Eisbade-Studio WeBorn hat einen neuen Breathwork Club gegründet. Du kannst dort von Mitte Juni bis Ende August kostenfrei jeden Dienstag und Sonntag vormittags unter der Anleitung von Profis atmen – und dich wieder stärker mit dir selbst verbinden.
Die Sessions sind geführt, offen für Anfänger und unterstützen dich dabei mit mehr Klarheit, Ruhe und Energie in den Tag zu starten.
Fotos: © WeBorn